Tag 4 – Pfeishütte – Bettelwurfhütte

Blick aus dem Zimmer aus der Bettelwurfhütte
StartWegpunkteZielDistanzAnstiegAbstiegAnspruch
PfeishütteStempeljoch
Lafatscher Joch
Bettelwurfhütte8,9 km500 hm300 hmanspruchsvoll

Heute bin ich richtig früh gestartet und habe mich ganz schön beeilt, da es am Nachmittag regnen sollte. Um trocken anzukommen, war ich ziemlich spritzig unterwegs. Bis zum Lafatscher Joch war ich mit „meiner Wandergruppe“ wieder mal unterwegs. Die Jungs sind dann weiter direkt zum Hallerangerhaus und somit trennten sich am Joch unsere Wege.

Nach ein paar halbwegs ebenen Metern auf dem Steig 221 (= Via Alpina) geht es leicht nach oben zum Stempeljoch. Beim Abstieg ist Vorsicht geboten, da der Weg mit dem Schotter dann doch recht steil ist. Nach reichlich 100 Meter gelangt man auf den Steig „Wilde Bande“, welcher 1878 von der gleichnamigen Bergsteigergesellschaft angelegt wurde. Ab jetzt geht es in einem leichten Auf und Ab Richtung Lafatscher Joch (2081 m). Hier kann man linker Hand direkt zum Hallerangerhaus weitergehen. Ich bin hier aber weiter dem Steig 222 (= Via Alpina) gefolgt. Im stetigen Auf und Ab sieht man irgendwann in der Ferne ganz klein die Bettelwurfhütte, das Adlerhorst des Karwendels. Recht entspannt geht es nun hier die letzten Meter entlang mit genussvollen Weitblicken ins Halltal und Inntal, allerdings nicht für mich, da sich ja das schlechte Wetter schon ankündigte und der Himmel wolkenbehangen war.

Romantischer Weitblick ins Halltal

Bei der Hütte war es wegen dem schlechten Wetter und der noch recht frühen Ankunftszeit recht leer. So saß ich erstmal alleine in der Stuben und wärmte mich bei einer Frittatensuppe. Später gab es dann eine kleine Katzendusche im Waschraum.

Beim Abendessen habe ich einige andere Wanderer kennengelernt. So war zum Beispiel eine Wanderin in meinem Alter, die mit ihrem Vater unterwegs war. Ihr ging es ähnlich wie mir: Freunde hatten entweder keine Zeit oder keine Lust und so wollte sie ursprünglich auch alleine gehen. Am Ende wollte ihr Vater sie allerdings nicht alleine gehen lasen und hat sie begleitet. Wir unterhielten uns über Themen wie „Sicherheit“ und Zufriedenheit in meinem aktuellen Job. Ihr Vater war selbständig und meinte, dass es nur gefühlte Sicherheit geben würde und dass ich nur wegen dem Sicherheitsgefühl nicht zwangsläufig meinen Job weiter ausüben sollte. Das Gespräch wurde noch recht tiefgründig.

Am Tisch saß auch noch eine Mutter, die für sich beschlossen hatte den Höhenweg zu gehen. Ihr Mann hat auf die Kinder aufgepasst und so konnte sie die Tour starten. Sie kam aus dem Osten so wie ich ursprünglich und arbeitete dort noch in Teilzeit bei einer Firma. Sie meinte es wäre die beste Entscheidung gewesen in Teilzeit zu gehen. Die Zeit sei einfach zu wichtig, um sie gegen Geld zu tauschen.

Ich habe immer so viel Freude andere Menschen und die unterschiedlichen Hintergründe kennenzulernen. Am Ende hat man ja das gleiche Interesse am Wandern und den Bergen, doch es ist wunderbar zu sehen wie unterschiedlich die Lebensumstände der Menschen doch sind und dass alles möglich ist, egal ob alleine, mit Freunden oder Familie. Wenn man etwas machen will, dann findet man Wege! Der Abend auf der Bettelwurfhütte war daher im Sinne des sozialen Austauschs einfach wunderbar und inspirierend. Und das ist auch was ich am Ende von der Tour, neben den schönen Natur-Ausblicken, mitnehme. Die Erzählungen der Menschen und die individuellen Persönlichkeiten mit ihren Geschichten, die mich begeistert und motiviert haben.

Rahmenbedingungen:

Sonne: Wir sind hier viel auf den Höhen unterwegs. An sonnigen Tagen also Sonnenschutz nötig

Wasser: kaum Wasserquellen. Unbedingt auch an Wasser für den Hund denken

Wege: Wir sind hauptsächlich im alpinen Gelände unterwegs, teilweise steilere Geröllpassagen, die Trittsicherheit verlangen

Unterkunft: Bettelwurfhütte; Betreiber: Christine Art & Ralf Kress

Voraussichtlich 2. Juni bis 15. Oktober 2018 (je nach Wetterlage eine Woche früher oder später. Telefonisch bei den Wirtsleuten zu erfragen).

Telefon: +43 5223 533 53

Homepage: https://bettelwurfhuette.at

  • Abendessen: Auswahl zwischen zwei Gerichten
  • Frühstück: Einfache Auswahl pro Person am Tisch
  • Hygiene: Katzenwäsche (Waschlappen nicht vergessen 🙂 )
  • Hüttenschlafsack: ja
  • Hund: schläft mit im Mehrbettzimmer, Kaution für Hund muss vorher gezahlt werden (wenn keine Schäden oder Dreck, gibt es die Kaution zurück)
  • Kosten: 12,40 € pro Übernachtung inkl. Hund (als DAV Mitglied); Gesamtkosten inkl. Übernachtung, Halbpension, Saftschorle, Kaffee und Frittatensuppe: 52,60 €

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